Wir schaffen Räume zum erLeben
Bürgerinnen und Bürger formulieren ihre Ideen zur Wohnraumentwicklung in Baunatal.
Wohnraum, aber wo und wie viel? Darüber wird in der Stadt schon seit langem diskutiert. Daher wurde im Auftrag der Stadt Baunatal unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Uwe Altrock der Universität Kassel eine Studie zu Möglichkeiten und Strategieansätzen für die zukünftige Wohnraumentwicklung beauftragt.
Neben der Analyse des zukünftigen Wohnraumbedarfs geht es vor allem um die Frage der Deckungsmöglichkeiten. Welche Spielräume haben also Stadtpolitik und Stadtplanung durch bestimmte städtebauliche, planerische und bodenpolitische Weichenstellungen, die weitere Wohnraum- und Siedlungsentwicklung zu beeinflussen?
Die Ergebnisse aus der Studie wurden am 6. März 2025 in der Stadthalle Baunatal öffentlich präsentiert, die Sie hier einsehen können:































































Darauf aufbauend fanden im Rahmen des Forschungsprojekts SDG+ Lab von März bis Oktober 2025 unter fachlicher Anleitung Werkstätten mit den Baunatalerinnen und Baunatalern statt, um die Zukunft des Wohnens in Baunatal zu diskutieren.
Viele Wohnungen sind in den letzten Jahren im Rahmen einer flächenschonenden Stadtentwicklung auf größeren und kleineren Baulücken entstanden. Jetzt ist es immer schwieriger, geeignete Grundstücke für den Wohnungsbau in den bestehenden Stadtteilen zu finden. Der Bau neuer Siedlungsflächen am Stadtrand bedeutet Eingriffe in Natur und Landschaft. Dennoch gibt es Möglichkeiten, um notwendigen Wohnraum bedarfsgerecht zu schaffen.
Insgesamt sechs Werkstätten boten den Raum zur Diskussion mit Politik und Verwaltung, Unternehmen, Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern sowie Bewohnerinnen und Bewohnern.
Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie steht die Stadtgesellschaft zu den vorgeschlagenen strategischen Ansätzen und Entwicklungsmöglichkeiten?
Eingeleitet wurden die Werkstätten jeweils durch eine vorabendliche Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, gefolgt von einer Podiumsdiskussion. Die Werkstätten befassten sich jeweils mit Themenschwerpunkten und ausgewählten Standorten, die für das Thema beispielhaft sind.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Werkstätten
- Stabilität statt Wachstum um jeden Preis
In der ersten Werkstatt wurde deutlich, dass Baunatal nicht auf expansives Wachstum setzt, sondern auf Lebensqualität. Eine alternde Bevölkerung und kleinere Haushaltsgrößen machen neue, flexible Wohnformen notwendig. Innenentwicklung wird zum Leitprinzip. - Große Chancen in Einfamilienhausgebieten
Die zweite Werkstatt zeigte, welches Potenzial in bestehenden Wohngebieten steckt. Die Bereitschaft zu Wohnungstausch, Einliegerwohnungen oder gemeinschaftlichen Wohnformen war hoch. Auch moderaten Nachverdichtungen wird positiv gegenübergestanden. - Ortskerne brauchen Aufenthaltsqualität
Leerstände, Durchgangsverkehr und fehlende Treffpunkte prägen vielerorts die Situation. Gleichzeitig wurden Ideen gesammelt, z. B. die Umnutzung alter Schul- oder Kirchengebäude. Ein zentraler Befund: Ortskerne leben von Begegnung; Begegnung braucht Raum. - Innenstadt: gut erreichbar, zu wenig lebendig
Der Rundgang der vierten Werkstatt machte deutlich: Die Innenstadt bietet große Entwicklungschancen. Besonders Konversionsflächen wie das EAM-Areal oder große Stellplatzflächen bieten Raum für Nachverdichtung. Die Erreichbarkeit des Zentrums wird als sehr gut bewertet, die Aufenthaltsqualität jedoch nur mittelmäßig. - Großwohnsiedlungen für neuen Wohnraum
Die fünfte Werkstatt zeigte Potenziale in Großwohnsiedlungen, z. B. am Baunsberg. Untergenutzte Freiflächen könnten für Wohnungen aktiviert werden, ohne bestehende Qualitäten zu beeinträchtigen. Barrierefreiheit und Nachverdichtung waren zentrale Themen. - Außenentwicklung bleibt die Ausnahme
Ein eindeutiges Signal der sechsten Werkstatt: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Neue Baugebiete sollen nur entstehen, wenn alle innerstädtischen Potenziale überprüft wurden.
Die hier dargestellten Ergebnisse vermitteln einen Eindruck von den Arbeitsprozessen in den Werkstätten, an denen insgesamt ca. 80 verschiedene Menschen teilnahmen. Ihre Meinungen, Vorstellungen, Wünsche und Ideen sind in vielfältige Testentwürfe, aufbereitet von Städtebauarchitekt Dr.-Ing. Hans-Helmut Nolte, eingeflossen und bilden eine von mehreren Diskussionsgrundlagen für die weitere Ausgestaltung der Wohnungsentwicklung in Baunatal.
Präsentation der Werkstatt-Reihe
Interview mit Prof. Dr. Uwe Altrock
Wohnen in Baunatal - Räume zum erLeben schaffenWerktstatt-Reihe mit Experten-Team geht weiter - Interview mit Prof. Dr. Uwe Altrock
Hintergrund
Mit dem SDG+ Lab entwickelt UniKasselTransfer ein Labor für Nachhaltigkeitsfragen als Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Entlang der 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen werden gemeinsam praktische Lösungen und Innovationen für die Region Nordhessen gestaltet. Das Themenjahr 2024/25 „Transformationen in Stadt und Land“ beschäftigt sich mit den Fragen, wie Flächen, Räume und Nutzungen in der Stadtregion nachhaltiger gestaltet werden könnten. Das Projekt SDG+ Lab wird durch die Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ von 2023-2027 gefördert.
Mehr Informationen unter:
Kontakt
Gianna Dalfuß
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
SDG+ Lab | UniKasselTransfer












































































































































































































































































