Schnitzführerschein im Astrid-Lindgren-Haus
11. Mai 2026

Die Vorschulkinder im Astrid Lindgren – Haus durften schon den Führerschein machen: Den Schnitzführerschein!
Schnitzen ist weit mehr als das bloße Formen von Holz – es ist eine uralte Kulturtechnik, ein Handwerk mit Geschichte und eine Möglichkeit, sich mit der Natur zu verbinden. In einer Zeit, in der viele Kinder und Jugendliche zunehmend digital leben, bietet das Schnitzen eine wertvolle Rückbesinnung auf handwerkliches Können, Achtsamkeit, Geduld und Kreativität. Unser „Schnitzführerschein“ führt junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielerisch und in zwei aufeinander aufbauenden Leveln in die Welt des Schnitzens ein. Dabei setzen wir auf Methoden der Wildnispädagogik, die eine tiefe Naturverbindung und ein ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand ermöglichen. Unterstützt wurden die Mitarbeitenden des ALH von unserem Kollegen Lukas Schutz, der die Kita Himmelberg leitet, der in Bälde eine Waldgruppe zugeordnet ist.
Bevor das erste Stück Holz bearbeitet wird, lernen die Kinder die goldenen Regeln des Schnitzens kennen. Diese Regeln sind nicht nur wichtig für die eigene Sicherheit, sondern auch für die der Gruppe.
- Willst du Schnitzen, sollst du sitzen!
- Dicht geht nicht, fern geht gern!
- Von dir Weg, in den Dreck!
- Finger zu dir ran, dann bleiben sie auch dran!
- Schau zum Messer, dann geht’s besser!
Historisch betrachtet war Sicherheit auch bei den indigenen Völkern und alten Handwerkszünften ein zentraler Bestandteil jeder Ausbildung. Werkzeuge galten als wertvoll und gefährlich zugleich – der Umgang mit ihnen musste respektvoll und bewusst erfolgen.
In praktischen Übungen lernen die Kinder Grundtechniken wie den Daumenschnitt, den Ziehschnitt und das sichere Halten des Schnitzmessers. Zunächst wurde mit einem Kartoffelschäler geübt! Dann ging es an die Messer. Alle Kinder haben sich vorbildlich an die Regeln gehalten, da ihnen die Konsequenzen klar waren: Wer die Regeln nicht einhält, darf nicht weiter mit machen!
Unterschiedliche Techniken werden durch kleine Projekte angewandt und gefestigt.
Schnitzen war vor langer Zeit eine Überlebenskunst – heute ist es ein Weg, diese uralten Fähigkeiten wieder zu entdecken.
Das Schnitzen mit natürlichen Materialien, das Nutzen des Feuers, das Arbeiten mit den Händen – all das sind uralte Fähigkeiten, die in unserer Gesellschaft fast vergessen wurden. Der Schnitzführerschein hilft, dieses Wissen zu bewahren und an die nächste Generation weiterzugeben. Und last but not least vertieft man auch die feinmotorischen Fähigkeiten, muss konzentriert bei der Arbeit sein und erlebt wie aus einem Stück Holz ein Gegenstand entsteht. Dafür braucht es Geduld.
In Zeiten von Umweltkrisen, Entfremdung von der Natur und zunehmender Reizüberflutung bietet dieser Kurs einen wertvollen Gegenpol: Er lehrt Selbstwirksamkeit, Respekt vor Ressourcen und Freude am einfachen Tun. Der Umgang mit Messern als Werkzeug ist wichtig, damit Kinder lernen sicher mit ihnen umzugehen.
Das Schnitzen fördert die Grob- und die Feinmotorik, Regelverständnis und die Selbstwirksamkeit
Nur wer Risiken kennt kann mit Ihnen umgehen
Scharfe Messer sind sicherer als stumpfe: Sie können ohne großen Kraftaufwand geführt werden und rutschen daher weniger ab. Rutscht man ab ist durch den großen Druck aufs Messer eine tiefe Schnittverletzung fast unausweichlich. Dazu sind die Schnittränder ausgefranst und heilen nicht gut. Scharfe Messer schneiden auch gut in die Haut. Durch eine kontrollierte Führung sind Schnittverletzungen seltener. Durch die scharfe Klinge hat man einen geraden Schnitt. Dies kann dadurch sehr gut zusammen wachsen.
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