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#Feuerwehr

Starke Zahlen und klare Forderungen

22. April 2026

5 Feuerwehrleute in Uniform präsentieren sich, im Hintergrund ein Saal mit vielen Feuerwehrleuten die an Seminartischen sitzen.
5 Feuerwehrleute in Uniform präsentieren sich, im Hintergrund ein Saal mit vielen Feuerwehrleuten die an Seminartischen sitzen.
Jugendfeuerwehrwartin Anna Fischer (v.l.), Stadtbrandinspektor Ralf Seitz, Sangerhausens Jugendwart Adrian Klaschka sowie Ortswehrleiter Thomas Schröter, stellvertretender Stadtbrandinspektor Heiko Wicke.

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr fand in der Stadthalle Baunatal statt

Im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung blickte die Freiwillige Feuerwehr Baunatal am Samstag, 11. April 2026, in der Stadthalle Baunatal auf ein ereignisreiches und arbeitsintensives Jahr 2025 zurück. Zahlreiche Mitglieder sowie Gäste aus Politik, Verwaltung und befreundeten Organisationen waren in der Stadthalle zusammengekommen, um Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf kommende Herausforderungen zu wagen.

Stadtbrandinspektor Ralf Seitz eröffnete die Versammlung und machte deutlich, wie sehr sich die weltpolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auch auf die Arbeit der Feuerwehr auswirken. „Das Jahr 2025 war in vielerlei Hinsicht herausfordernd“, betonte er und verwies auf Krisen, Extremwetterlagen und steigende Anforderungen im Einsatzgeschehen. Gleichzeitig unterstrich er die enorme Leistung der ehrenamtlichen Kräfte: Insgesamt 34.715 Stunden wurden im vergangenen Jahr für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger geleistet – rund 5.000 Stunden mehr als im Vorjahr.

Auch die Einsatzzahlen spiegeln die hohe Belastung wider: 249 Einsätze mussten abgearbeitet werden, darunter 69 Brandeinsätze und 126 Hilfeleistungen. Besonders auffällig sei die Zunahme von Hilfeleistungseinsätzen, etwa bei Verkehrsunfällen oder Türöffnungen. „Um diese Einsatzzahlen zu bewältigen, ist es unerlässlich, die bewährte Struktur aller sieben Stadtteilfeuerwehren zu erhalten“, so Seitz.

Erfreulich entwickelte sich hingegen die Mitgliederzahl. Mit insgesamt 563 Angehörigen, darunter 275 in der Einsatzabteilung sowie eine starke Jugend- und Kinderfeuerwehr, zeigt sich die Feuerwehr Baunatal personell gut aufgestellt. Besonders positiv wurde die steigende Zahl an Übertritten aus der Kinder- in die Jugendfeuerwehr hervorgehoben – ein deutliches Zeichen für eine funktionierende Nachwuchsarbeit.

Neben den Einsätzen spielte auch die Aus- und Fortbildung eine zentrale Rolle. Regelmäßige Lehrgänge, Übungen sowie spezielle Trainings – etwa für Atemschutzgeräteträger – sorgten für einen hohen Ausbildungsstand. Gleichzeitig wurde jedoch auch auf bestehende Defizite hingewiesen, insbesondere im Bereich der technischen Ausbildung.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Ausstattung. Neue Fahrzeuge, darunter eine Drehleiter sowie ein Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehältern, konnten in Dienst gestellt werden und haben sich bereits bewährt. Seitz dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich der Stadtverwaltung und den politischen Gremien für die Unterstützung.

Deutliche Worte fand die Feuerwehrführung jedoch bei der Situation der Feuerwehrhäuser in mehreren Stadtteilen. Beengte Platzverhältnisse, fehlende Umkleiden und unzureichende sanitäre Anlagen stellen seit Jahren ein Problem dar. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, machte Seitz klar und forderte, dass Wertschätzung nicht nur in Worten, sondern auch in konkreten Maßnahmen sichtbar werden müsse.

Auch Bürgermeister Henry Richter würdigte die Arbeit der Feuerwehr und betonte die enge Zusammenarbeit. Er sicherte zu, dass die Stadt die steigenden Anforderungen weiterhin aktiv begleiten werde.

Neben Berichten, Ausblicken und dem Austausch mit den Kameraden, die eigens aus der Partnerstadt Sangerhausen angereist waren, standen auch Ehrungen auf der Tagesordnung. Mehrere Kameradinnen und Kameraden wurden für langjährige Dienste ausgezeichnet, darunter für 25 und 40 Jahre aktiven Einsatz. Zudem wurden engagierte Mitglieder der Jugendfeuerwehr besonders gewürdigt. Ein emotionaler Moment der Versammlung war das Gedenken an verstorbene Kameraden, die über viele Jahre hinweg das Feuerwehrwesen in Baunatal geprägt hatten.

Abschließend richtete Seitz seinen Dank an alle Mitglieder: „Der größte Dank geht an Euch, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für die Sicherheit der Baunataler Bevölkerung bereitstehen. Dafür zolle ich Respekt, Aufmerksamkeit und Wertschätzung.“ Ein besonderer Dank gelte zudem dem hauptamtlichen Verwaltungs- und technischen Personal, das die Arbeit der Feuerwehr unterstützt.

Die Jahreshauptversammlung machte deutlich: Die Feuerwehr Baunatal ist eine starke und unverzichtbare Säule des Gemeinwesens – steht jedoch gleichzeitig vor wichtigen strukturellen Aufgaben für die Zukunft.

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