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#Kommunale Bildungsplanung

Wo die Erinnerung eine Notwendigkeit ist

24. März 2026

Bahngleise führen zu einem Gebäude mit großen Tor.
Bahngleise führen zu einem Gebäude mit großen Tor.
Immer wieder erschütternd: Die Zufahrtsrampe zum Lager Auschwitz-Birkenau ist heute ein historischer Ort und Teil der Gedenkstätte.

Jugendliche aus der Erich Kästner-Schule besuchten die Gedenkstätte Auschwitz

In Kooperation mit der Kommunalen Bildungsplanung der Stadt Baunatal begaben sich kürzlich 33 Schülerinnen und Schüler der Erich Kästner-Schule und einige ihrer Lehrkräfte auf eine ganz besondere Studienfahrt: Ziel war das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz in Südpolen nahe Oświęcim. Gefördert wurde die Fahrt in eine der bedeutsamsten Stätten des Gedenkens an den Völkermord durch das nationalsozialistische Deutschland von der Sanddorf-Stiftung, der Axel-Springer-Stiftung und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.

Eine Reise, die bis ins Mark erschüttert
Es war keine Reise wie andere; denn sie führte an einen Ort, an dem die Geschichte nicht vergangen ist, sondern in Baracken, Stacheldraht, Ruinen und den Namen der Toten weiterlebt. Nach einem Film über die Befreiung von Auschwitz und eine erste gemeinsame Reflexion war klar: Diese Tage würden belastend werden und die Besuchergruppe bis ins Mark erschüttern.

Im Stammlager Auschwitz I, dem Ort, der zum Symbol für den industrialisierten Massenmord der Nationalsozialisten geworden ist, begegneten die Jugendlichen der Geschichte dort, wo sie geschehen ist. Sie sahen die erhaltenen Gebäude, die Ausstellungen, die Zeugnisse des Terrors. Ebenso in Auschwitz II-Birkenau: Wieder vier Stunden, wieder ein anderer Eindruck. Birkenau ist weiter, offener, größer, und genau das macht das Grauen noch greifbarer. Die Rampe, die Reste der Krematorien, die endlosen Reihen der Baracken: Wer dort steht, versteht, dass Erinnerung keine Pflichtübung ist, sondern eine Notwendigkeit.

Viele weitere emotionale und bedrückende Eindrücke hinterließ diese Reise in die Vergangenheit, die weit weg scheint und dann plötzlich doch so nah ist. Die Schülerinnen und Schüler lernten die wertvolle pädagogische Arbeit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte kennen, besuchten das Kloster Harmeze mit der Ausstellung des Auschwitz-Überlebenden Marian Kołodziej, der das unvorstellbare Grauen in seiner Kunst sichtbar machte, ebenso wie die Ausstellung „Gerhard Richter Birkenau“. In Krakau erwartete die Baunataler unter anderem eine Führung durch das jüdische Viertel. Zwischendurch war immer wieder Zeit für Austausch und Reflexion.

Eine stille Gedenkfeier
Die Fahrt endete mit einer Gedenkfeier an der sogenannten Judenrampe. Dort kam das Programm zu seinem stillsten Punkt: Es war die Zeit innezuhalten, zu erinnern und die Eindrücke auszuhalten.

Für die Jugendlichen war diese Studienfahrt eine unmittelbare Begegnung mit der Geschichte deutscher Verantwortung. Thomas Gudella von der Kommunalen Bildungsplanung bringt es auf den Punkt: „Auschwitz zeigt, wohin Menschenverachtung führt. Gerade deshalb gehört dieser Ort in die Bildungsarbeit mit jungen Menschen. Nicht irgendwann. Sondern jetzt.“

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