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#Kita-Blog

Die Kindorientierte Gestaltung von Essenssituationen im Astrid-Lindgren-Haus

18. März 2026

Ein gedeckter Tisch mit 6 Gedecken und einer Wasserflasche und Blumen in der Tischmitte.
Ein gedeckter Tisch mit 6 Gedecken und einer Wasserflasche und Blumen in der Tischmitte.

Esstisch nicht Stresstisch im Restaurant „Zum fröhlichen Limonadenbaum“

Seit geraumer Zeit beschäftigen sich die Hortkinder und die Mitarbeitenden des Astrid-Lindgren-Hauses mit Thema Tischmanieren.

Alle wünschen sich ein wertschätzendes Miteinander, wobei der Fokus nicht nur auf Sauberkeit, respektvollem Umgang und der Nutzung von Besteck liegt. Gemeinsam mit den Kindern wurden zentrale Regeln besprochen:

  • Hygiene & Vorbereitung: Händewaschen vor dem Essen.
  • Beginn & Ende: Alle beginnen gemeinsam; man bleibt sitzen, bis alle fertig sind oder das Signal zum Aufstehen gegeben wird.
  • Umgang mit Essen: Nicht mit dem Essen spielen oder matschen.
  • Besteck & Haltung: Richtiges Bestecknutzen, nicht mit vollem Mund sprechen, gerades Sitzen, keine Ellbogen auf dem Tisch.
  • Atmosphäre: Ruhiges Essen, leise Unterhaltungen.

Für die Erzieherinnen und Erzieher gilt:

  • Vorbildfunktion: Erzieher essen oft mit und leben das Verhalten vor.
  • Verantwortung: Altersentsprechende Aufgaben wie Tischdecken oder Servietten falten.
  • Rituale: Feste Plätze und Tischsprüche strukturieren die Mahlzeit.
  • Kein Zwang: Es wird darauf geachtet, dass niemand zum Aufessen oder Probieren gezwungen wird, um eine entspannte Atmosphäre zu sichern.

Gemeinsames Essen bedeutet soziale Beziehungen zu gestalten. Das Essen dient aus soziologischer Sicht in erster Linie der Bildung einer Gemeinschaft, die einem komplexen Normengefüge unterliegt, im Vordergrund steht hierbei nicht die Nahrungsaufnahme!

So sind Tischgespräche ein wichtiger Bestandteil einer guten Esskultur. Die gemeinsamen Mahlzeiten im Hort dienen nicht nur der reinen Nahrungsaufnahme, sondern sie haben auch eine große soziale Bedeutung. Eine entspannte Atmosphäre beim Essen bietet täglich die Gelegenheit,

  • sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben,
  • ungeteilte Aufmerksamkeit zu erfahren,
  • Erlebnisse zu schildern, Informationen auszutauschen, Pläne zu schmieden u. v. m.

Die Kinder lieben angenehme Rahmenbedingungen und mögen:

  • ästhetisch gedeckte Tische,
  • ein möglichst störungsfreier Raum und
  • ausreichend Zeit für die Mahlzeiten.

Die Kinder essen in Kleingruppen an einzelnen Tischen, sodass es allen Kindern ermöglicht wird, zu Wort zu kommen. Auf jedem Tisch stehen die Lebensmittel in kleinen Schüsseln bereit, sodass sich die Kinder selbst bedienen können.

Die Themen bei Tisch sind je nach den Erlebnissen des Vormittages unterschiedlich. Jedes Kind darf zu Wort kommen. Das gemeinsame Essen ist eine sehr gute Möglichkeit der Kommunikation. Tischgespräche sind sehr erwünscht und werden vom pädagogischen Personal sehr gerne begleitet.

Trotz der intensiven gemeinsamen Auseinandersetzungen mit den benannten Themen, gibt es in der praktischen Umsetzung immer wieder Stolpersteine. Die besprochenen Regeln werden vergessen. Die Lautstärke ist für manch einen eine Zumutung und manchmal findet sich der gesamte Speiseplan auf und unter den Tischen wieder. So wurde kurzerhand das Restaurant "Zum fröhlichen Limonadenbaum" eröffnet. Dort können immer 5 Kinder mit einem Erwachsenen in besonders schöner Atmosphäre (gestärkte Tischdecke, Servietten und Kerzenlicht) ihr Essen genießen. Alle Kinder beherrschen hier die hohe Kunst gepflegter Tischkultur. Ein Phänomen! Die gleichen Kinder vergessen im „großen Kontext“ oft, wie man mit Messer und Gabel isst. So wird das Projekt fortgeführt und kleine Aktionen werden die Kinder motivieren, Tischkultur zu leben und das Essen in einer guten Atmosphäre zu genießen.

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