„Bleibt laut und unbequem!“
17. März 2026

Behinderten- und Inklusionsbeirat Baunatal feiert 25-jähriges Bestehen
Ein ganz besonderer Geburtstag: Der Behinderten- und Inklusionsbeirat Baunatal (BIB) wurde 25 Jahre alt. Am 26. Februar feierte der BIB sein Jubiläum im Raum 119 der Stadthalle. Viele geladene Gäste kamen zu der Feier. Im Anschluss wurde im Rathaus die Ausstellung „Behinderung mit Humor“ des Cartoonisten Phil Hubbe eröffnet.
Inklusion als Aufgabe für alle
Erster Stadtrat Daniel Jung hielt eine persönliche Rede. Er sprach über Erfahrungen mit Behinderung und Inklusion in seiner eigenen Familie: „Inklusion ist kein Extra für wenige. Inklusion ist die Grundlage und der Maßstab für unsere Stadt und für unsere Demokratie“, sagte er.
Stadtverordnetenvorsteher Reiner Heine erinnerte daran, wie viel sich in 25 Jahren verbessert hat, zum Beispiel bei der Barrierefreiheit in der Stadt. Gleichzeitig mahnte er: „Inklusion und Barrierefreiheit ist auch 2026 noch immer mehr eine Utopie als gelebte Realität.“
Geduld, Bulldozer und Zauberstäbe
Inklusionsbeauftragte Malina Kulik sprach über die großen und kleinen Schritte auf dem Weg zu einer inklusiven Stadt. Sie sagte: „Ich wünsche uns und dem BIB die notwendige Geduld im Umgang mit Stadt und Gesellschaft auf dem Weg der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.“ In ihrer Rede malte sie Bilder von „Bulldozern“, die Barrieren wegräumen, und „Zauberstäben“, die wir uns manchmal wünschen, um Probleme schnell verschwinden zu lassen.
Ein besonders emotionaler Moment war die Rede des ehemaligen Inklusionsbeauftragten Heinz Kaiser. Er erinnerte daran, wie schwer der Alltag für Menschen mit Behinderung in Baunatal vor 25 Jahren war. Er dankte dem BIB für seine wichtige Arbeit und rief dem Gremium zu: „Bleibt laut und unbequem!“
Stimmen aus dem Beirat
Für den BIB sprachen unter anderem Friedhelm Meyer, Farina Ladwig und Sabrina Scharf. Sie berichteten, wie der BIB in den vergangenen Jahren Alltagsbarrieren abgebaut hat, etwa bei Wegen, Bordsteinen und Zugängen zu Gebäuden.
Sie machten deutlich: Es gibt noch viel zu tun, damit alle Menschen überall in Baunatal selbstständig teilnehmen können.
Der BIB versteht sich als Sprachrohr für Menschen mit Behinderung in Baunatal. Er bringt ihre Anliegen in die Stadtverordnetenversammlung und in die Stadtverwaltung ein. Neue, auch jüngere Mitglieder sind ausdrücklich willkommen.
Ausstellung „Behinderung mit Humor“
Nach dem Festakt wurde im Rathausfoyer die Ausstellung „Behinderung mit Humor“ eröffnet. Der Cartoonist Phil Hubbe, der selbst mit Multipler Sklerose lebt, war anwesend. In seinen Zeichnungen zeigt er mit feinem Humor, wie Menschen mit Behinderung leben und welchen Barrieren sie begegnen. Humor kann dabei helfen, Berührungsängste abzubauen und neue Gespräche zu beginnen.
Bei der Eröffnung dankte BIB-Mitglied Sabrina Scharf der anwesenden Staatssekretärin Manuela Strube. Strube hatte die Jubiläumsfeier und die Ausstellung maßgeblich unterstützt.
Ein VW Käfer aus Beton für die Inklusion
Ein besonderer Moment war ein Geschenk der Stadt an den Künstler. Erster Stadtrat Daniel Jung überreichte Phil Hubbe ein Modell des VW Käfer aus Beton, eines Wahrzeichens der Stadt Baunatal. Hubbe wird dieses Modell künstlerisch gestalten und es danach dem BIB zur Verfügung stellen.
Der BIB möchte das Kunstwerk versteigern. Der Erlös soll in ein Inklusionsprojekt in der Stadt Baunatal fließen und so wieder Menschen mit Behinderung direkt zugutekommen.
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