Zeitreise durch 60 Jahre Stadtgeschichte
28. Januar 2026

Stimmungsvoller Neujahrsempfang in der Baunataler Stadthalle
- 03.03.2026Sa, 14.02.2026, 01:00 UhrStadt lädt ein zur Informationsveranstaltung zum Thema ...
Eine märchenhafte Zeitreise durch sechs Jahrzehnte Baunataler Geschichte, ein bildgewaltiger Rückblick auf die Entwicklung des VW-Werks, ohne das es die Stadtgründung im Jahr 1966 nicht gegeben hätte. Dazu opulente Klangerlebnisse, temperamentvolle Tanzchoreografien, ebenso beeindruckende wie zukunftsweisende Beiträge der Rednerinnen und Redner: Der rundum gelungene Neujahrsempfang unter der Überschrift „60 Jahre Baunatal“ begeisterte am Samstag in der Stadthalle rund 450 Gäste.
Der stimmungsvolle Vormittag wartete zudem mit einer ganz besonderen Überraschung auf: Aus der Landeshauptstadt war der Hessische Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori angereist. Mitgebracht hatte er eine wichtige Urkunde: Die Stadt Baunatal ist jetzt ein anerkannter Tourismusort — der 33. im Land Hessen und der erste im Landkreis Kassel, berichtete der Minister. Für diese Entscheidung hätten sich viele Menschen stark gemacht; nicht zuletzt angesichts der steigenden Übernachtungszahlen in der Stadt. Dies sei nicht nur eine Anerkennung, sondern ein Versprechen für die Zukunft, unterstrich er und betonte die Bedeutung Baunatals als Sport- und Kulturstadt, die eine wunderbare Naherholung zu bieten habe. Bürgermeister Henry Richter nahm die Urkunde entgegen und sprach allen Beteiligten seinen Dank für diese großartige Wertschätzung aus.

Beim Neujahrsempfang stand das 60-jährige Bestehen der Stadt im Mittelpunkt. Zum Auftakt stimmte das Moderatoren-Duo, Pressesprecher Raphael Digiacomo und Svenja Möller, Leiterin der Kita Altenritte, auf den Vormittag und das Jubiläumsjahr ein. Dies lade dazu ein, sich gemeinsam zu erinnern, zu feiern und nach vorn zu blicken. Anschließend kündigten sie Bürgermeister Henry Richter an, der auf der Bühne die Entwicklung der Stadt lebendig werden ließ.
Und wie alle Märchen beginnt auch die Geschichte der Stadt Baunatal mit einem „Es war einmal…“. Auf seiner Zeitreise zeichnete der Bürgermeister das Bild einer Stadt, die aus einzelnen Dörfern gewachsen sei und ihren Ursprung in Zusammenhalt, Arbeit und dem Mut zur Veränderung habe. Im Mittelpunkt hätten dabei immer die Menschen gestanden, betonte er: jene, die früh aufstanden, Neues wagten, Fremdes willkommen hießen und aus Ankommen Heimat machten. Baunatal sei als Stadt im Werden geprägt von Gemeinschaft, Offenheit und der Bereitschaft, Herausforderungen gemeinsam zu meistern – in Zeiten des Wachstums ebenso wie in Momenten der Krise, getragen von einem starken Wir-Gefühl. Sechzig Jahre nach seiner Gründung stehe die Stadt mitten in ihrer Geschichte: lebendig, gewachsen und bereit, ihren Weg weiter gemeinsam zu gehen und zu gestalten.


Untermalt wurde seine Erzählung von vielen historischen Ansichten, die im Hintergrund zu sehen waren, abschließend mit dem neuen Imagefilm der Stadt, in dem sich Bürgerinnen und Bürger über ihre Heimatstadt äußern.
Mit Bildern aus dem abgelaufenen Jahr ging es auch im zweiten Teil seiner Rede weiter, in der der Bürgermeister auf 2025 zurückblickte und zugleich einen zuversichtlichen Blick auf das neue Jahr richtete. Zuvor begrüßte er – auch im Namen der Stadt und des Ersten Stadtrates Daniel Jung – die zahlreich erschienenen Besucher und Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Ehrenamt, aus Vereinen und Institutionen sowie aus den Partnerstädten und Nachbarkommunen.
Sein Dank galt all den vielen Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise auf ganz verschiedenen Ebenen in die Stadtgesellschaft einbringen. „Ich freue mich auf das Jubiläumsjahr, auf viele gemeinsame Momente, die uns daran erinnern, was Baunatal ausmacht. Baunatal ist eine starke Stadt – eine Stadt, in der es seit 60 Jahren läuft“, schloss er seine Rede.
Der Wandel zu einer lebendigen und modernen Stadt ist eng verknüpft mit dem Volkswagenwerk. „Baunatal und VW, das ist mehr als eine Stadt und ein Werk. Unsere gewachsene Partnerschaft prägt das Leben ganzer Generationen“, sagte Werksleiter Jörg Fenstermann in seiner Festrede. Nach der Gratulation zum 60. Jubiläum mit einem kräftigen Tusch vom sensationellen VW-Soundorchestra, das den Empfang musikalisch umrahmte, nahm auch er die gebannt lauschenden Gäste mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit. Zu den dazu passenden gewaltigen Klängen des Orchesters und einer eindrucksvollen Bilder- und Videopräsentation entfaltete sich die dynamische und beeindruckende Entwicklung des Werks in all ihren Facetten.
Mit seiner leidenschaftlichen Rede hatte zuvor auch Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori die Besucher mitgerissen. Er betonte unter anderem die Verantwortung, die jeder Einzelne übernehmen müsse, „damit wir alle weiter in einem freien Land leben können“. Dazu sei es wichtig, dass die Menschen im Alltag spüren, dass ihnen ihre Lebensqualität erhalten bleibt: „Eine starke Wirtschaft und gute Löhne gehören zusammen.“

Enge Verbundenheit mit den Partnerstädten
Alle Vertreterinnen und Vertreter aus den Partnerstädten Sangerhausen, Vire Normandie und Vrchlabi bekräftigten ihre tiefe Verbundenheit mit Baunatal. Gerade in der jetzigen Zeit seien Begegnungen wie diese „ein wichtiger Ausdruck eines Europas, das sich trifft und das zusammenkommt“, stellte Marie-Noelle Ballé von der Virer Delegation fest. Die engen Beziehungen zwischen den Partnerstädten, den kontinuierlichen Dialog und die Solidarität hob Oberbürgermeister Torsten Schweiger aus Sangerhausen hervor. „Unsere wunderbare Freundschaft hat noch viel Potenzial“, sagte er. Dem schloss sich Martin Bartos vom Partnerschaftskomitee aus Vrchlabi an. Er erinnere sich gerne an den Beginn der Städtefreundschaft, die damals vom Baunataler Ehepaar Adam und Irmgard Ritze mit ins Leben gerufen worden sei.
Eindringliche Worte fanden auch Stadtverordnetenvorsteher Reiner Heine und Erste Kreisbeigeordnete Silke Engler. Beide appellierten an die Bürgerinnen und Bürger, bei der Kommunalwahl am 15. März ihr Stimmrecht wahrzunehmen. „Demokratie ist nicht selbstverständlich und auch kein Selbstläufer“, unterstrich Reiner Heine. Silke Engler machte deutlich: „Es geht hier um Ihre Heimat – seien Sie ein Teil davon.“