„Kompass für die Stadtentwicklung der nächsten Jahre“
02. Dezember 2025

Ideen und Impulse: Große Resonanz bei Ergebnispräsentation der Werkstatt-Reihe
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Ein weiterer Meilenstein im breit angelegten Prozess zur Stadt- und Siedlungsentwicklung wurde bei der gut besuchten Bürgerinformation gesetzt: Im Rathaus kamen Ende November mehr als 70 Besucherinnen und Besucher zusammen, um über die Resultate der sechs Werkstätten zu sprechen, die seit März unter dem Leitgedanken „Wir schaffen Räume zum Erleben“ zum großen Zukunftsthema „Stadtentwicklung in Baunatal“ stattgefunden hatten. Begleitet wurde die Werkstatt-Reihe unter Leitung von Prof. Dr. Uwe Altrock von der Uni Kassel mit einem tollen Expertenteam, darunter der Architekt Dr. Hans-Helmut Nolte.
Bürgermeister Henry Richter machte deutlich, wie wichtig dieser Prozess für Baunatal ist und wie bedeutsam der Beitrag der Bürgerschaft war. „In den vergangenen sechs Monaten habe ich erlebt, wie stark Baunatal ist, wenn wir als Stadtgesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen“, sagte er. Dass Bürgerbeteiligung in Baunatal nicht nur ein politisches Versprechen, sondern gelebte Praxis sei, habe der gesamte Beteiligungsprozess eindrucksvoll gezeigt.
Galerie der Ideen
Die Informationsveranstaltung war zugleich eine Art „Gallery Walk“: Überall im Saal hingen Visualisierungen, Karten und Diagramme der Werkstätten, die die Ergebnisse sichtbar machten. „Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für die kommenden politischen Beratungen und Entscheidungen“, betonte Henry Richter. Gemeinsam mit Verwaltung, Wissenschaft und Bürgerschaft sei ein detailliertes Bild entstanden, ein Kompass für die Stadtentwicklung der nächsten Jahre.
„Haltestelle Zukunft“
Projektkoordinator Thomas Briefs, der den Abend moderierte, sorgte für einen kurzweiligen, strukturierten Ablauf. Seine symbolische „Busfahrt“ endete an der „Haltestelle Zukunft“ der imaginären Linie Innenstadt: Mehr als 70 Menschen trafen sich hier, die gemeinsam das Mitmachprojekt ausklingen ließen. In Gruppen wurden die Ergebnisse reflektiert und erste Meinungen ausgetauscht und gesammelt. Die Resultate fließen nun in die neue Steuerungsgruppe Stadtplanung und Siedlungsentwicklung ein, die konkrete Schritte ausarbeiten wird.
Der Bürgermeister dankte allen Beteiligten: „Demokratie lebt vom Mitmachen. Sie alle haben das eindrucksvoll gezeigt.“
Die wichtigsten Erkenntnisse der Werkstätten
- Stabilität statt Wachstum um jeden Preis
In der ersten Werkstatt wurde deutlich, dass Baunatal nicht auf expansives Wachstum setzt, sondern auf Lebensqualität. Eine alternde Bevölkerung und kleinere Haushaltsgrößen machen neue, flexible Wohnformen notwendig. Innenentwicklung wird zum Leitprinzip. - Große Chancen in Einfamilienhausgebieten
Die zweite Werkstatt zeigte, welches Potenzial in bestehenden Wohngebieten steckt. Die Bereitschaft zu Wohnungstausch, Einliegerwohnungen oder gemeinschaftlichen Wohnformen war hoch. Auch moderaten Nachverdichtungen wird positiv gegenübergestanden. - Ortskerne brauchen Aufenthaltsqualität
Leerstände, Durchgangsverkehr und fehlende Treffpunkte prägen vielerorts die Situation. Gleichzeitig wurden Ideen gesammelt, z. B. die Umnutzung alter Schul- oder Kirchengebäude. Ein zentraler Befund: Ortskerne leben von Begegnung; Begegnung braucht Raum. - Innenstadt: gut erreichbar, zu wenig lebendig
Der Rundgang der vierten Werkstatt machte deutlich: Die Innenstadt bietet große Entwicklungschancen. Besonders Konversionsflächen wie das EAM-Areal oder große Stellplatzflächen bieten Raum für Nachverdichtung. Die Erreichbarkeit des Zentrums wird als sehr gut bewertet, die Aufenthaltsqualität jedoch nur mittelmäßig. - Großwohnsiedlungen für neuen Wohnraum
Die fünfte Werkstatt zeigte Potenziale in Großwohnsiedlungen, z. B. am Baunsberg. Untergenutzte Freiflächen könnten für Wohnungen aktiviert werden, ohne bestehende Qualitäten zu beeinträchtigen. Barrierefreiheit und Nachverdichtung waren zentrale Themen. - Außenentwicklung bleibt die Ausnahme
Ein eindeutiges Signal der sechsten Werkstatt: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Neue Baugebiete sollen nur entstehen, wenn alle innerstädtischen Potenziale überprüft wurden.
