Stadt entstehen hohe Kosten durch illegal entsorgten Müll
06. August 2025

Umweltsündern auf der Spur: Künftig stärkere Kontrollen im Baunataler Stadtgebiet
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Ein ausrangiertes schwarzes Ledersofa, umgeben von zerfledderten Teppichresten, leeren Boxen, alten Autoreifen, aufgerissenen Plastiksäcken. Daneben türmen sich Berge mit undefinierbarem Unrat – durchweichte Kartons, alte Kleidung und vieles mehr. Nicht auf irgendeiner Mülldeponie oder dem Gelände der Abfallentsorgung. Sondern mitten in der Stadt, genauer gesagt, vor den Containern auf dem Parkplatz beim Parkstadion.
Der Platz ist sozusagen im Stadtgebiet ein Hotspot in Sachen illegale Abfallentsorgung. Die Mitarbeitenden des städtischen Bauhofs sind dort mindestens zweimal in der Woche im Einsatz, immer bietet sich ihnen ein ähnliches Bild. In den zurückliegenden drei Monaten habe man allein am Parkstadion 20 Kubikmeter Müll, das entspreche etwa zwölf Tonnen, entsorgt, berichtet Bauhofleiter Marco Greif. Nach Einschätzung der Bauhof-Leitung könnte es sich in vielen Fällen um gewerblichen Müll handeln, zum Beispiel aus Haushaltsauflösungen.
Hinweise von aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern über das Ablagern wilder Abfälle aller Art – neben dem Stadtgebiet z. B. auch an Bachläufen, im Wald, in der Flur sowie am Wegesrand – gehen fast täglich bei der Stadt über den Mängelmelder sowie telefonisch im zuständigen Produktbereich Bauverwaltung, Abfallwirtschaft und Umweltschutz und bei dem Bürgerbeauftragten Luca Rudolph ein. Die Umweltsünder haben selbst am helllichten Tag keine Skrupel, Müll aller Art mitten in der Natur und auf öffentlichen Plätzen zu entsorgen.
Kontrollen im Stadtgebiet werden verstärkt
Neben den hohen Kosten, die die wilden Müllablagerungen die Kommunen und Landkreise belasten, geht es auch um den Umweltaspekt. Die Abfallhaufen sind nicht nur unschön anzusehen, sie ersticken vor allem die natürliche Bodenvegetation, verdrängen die dort lebenden Tiere und stören nachhaltig den vorhandenen Lebensraum durch Nährstoffanreicherungen.
„Wilde Ablagerungen sind keine Kavaliersdelikte. Sie sind eine verbotene Entsorgung, die eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die eine hohe Geldbuße nach sich ziehen kann“, mahnt Bürgermeister Henry Richter. Die Stadt versuche immer, den Müllsündern auf die Spur zu kommen. „Das gelingt uns auch in Einzelfällen“, stellt er fest. Doch damit wolle man sich nicht länger zufriedengeben. „Wir werden die Kontrollen an den Schwerpunkten verstärken. Dazu habe ich entsprechende Gespräche mit der Leitung des Polizeireviers Süd-West geführt. Die Polizei wird die Plätze, an denen sich wilde Ablagerungen häufen, künftig noch stärker kontrollieren. Unser Ordnungsamt wird ebenfalls verstärkt Kontrollen in diesen Bereichen durchführen“, erläutert Henry Richter die von ihm jetzt eingeleiteten Maßnahmen, mit denen dem kosten- und zeitintensiven sowie umweltschädlichen Treiben Einhalt geboten werden soll.
Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, weiterhin Augen und Ohren offenzuhalten und ihre Sichtungen zu melden.
Sperrmüll rechtzeitig anmelden
Die im Rathaus für den Bereich Abfallwirtschaft und Umweltschutz zuständigen Mitarbeiterinnen weisen zudem darauf hin, dass auch über viele Tage abgestellter Sperrmüll häufig beobachtet und gemeldet wird. Die Sperrmüllbeantragung kann online unter
angemeldet werden und ist kostenfrei. Zwischen dem Antrag und der tatsächlichen Abholung liegen dann etwa vier Wochen. Die Zeitspanne sollte man unbedingt mit einkalkulieren.
Wichtig zu wissen: Sperrmüll, der vor dem genannten Abfuhrtermin zur Abholung bereitgestellt bzw. gar nicht bei der Abfallentsorgung des Landkreises Kassel angemeldet wird, gilt als wilde Ablagerung.
Die Gründe für illegale Ablagerungen sind nicht nachvollziehbar, da es im Landkreis ein umfangreiches Entsorgungssystem für die verschiedenen Abfallarten gibt. Die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen ist für jeden Bürger unproblematisch und ohne nennenswerten Aufwand und je nach Abfallart kostenlos oder gegen Gebühr möglich.
Für weitere Informationen ist der Produktbereich Bauverwaltung, Abfallwirtschaft und Umweltschutz unter der Telefonnummer 0561 4992-207 erreichbar.