Erinnerungen an die Flutkatastrophe am 31. Juli 1992
29. Juli 2025

Vor 33 Jahren überschwemmte das Jahrhunderthochwasser das gesamte BaunaTal
In Zeiten der zunehmenden Klimakrise und ihrer Folgen wird die Bedeutung wirksamer Schutzmaßnahmen gegen Naturkatastrophen immer deutlicher. Die steigenden Temperaturen führen zu intensiveren Regenfällen und extremen Wetterereignissen, die die Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen stellen. Im BaunaTal hat man sich diesen Herausforderungen bereits vor 30 Jahren gestellt. Die Maßnahmen, die im Rahmen des umfangreichen Hochwasserschutzkonzeptes umgesetzt wurden, haben sich bei Starkregen im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte immer wieder bewährt.
Auslöser war die als Jahrhundertflut in die Geschichte eingegangene Katastrophe, die vor 33 Jahren die Region heimgesucht und bei vielen Menschen tiefe Spuren hinterlassen hat. Am 31. Juli jährt sich dieses Ereignis erneut, das bei den Betroffenen und in der Region unvergessen ist.
Nachts hatte starker Regen eingesetzt. Am Ende überschwemmten sintflutartige Regenfälle das gesamte BaunaTal. Die bis zu zwei Meter hohe Flutwelle riss in Baunatal und Schauenburg alles mit. Straßen, Plätze und Keller standen meterhoch unter Wasser, Menschen und Tiere mussten gerettet werden. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Dauereinsatz, allein die Baunataler Wehrleute über 22 Stunden. Im Stadtgebiet wurde u.a. das Blockheizkraftwerk der Max-Riegel-Halle vernichtet, stark betroffen waren auch die Baunataler Werkstätten. Das gesamte Inventar war ruiniert, in den Räumen stand ebenso wie in den Kellern zahlreicher Wohnhäuser hoch der Schlamm. Insgesamt hinterließ das Hochwasser in der Region einen Schaden von rd. 6,5 Mio. Euro.
Schutzkonzept wurde konsequent umgesetzt
Eine solche Katastrophe darf sich nicht wiederholen, darüber waren sich alle einig. Für den Verband für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz Baunatal-Schauenburg war die verheerende Jahrhundertflut der Auslöser für die Erstellung des Hochwasserschutzkonzeptes. Entwickelt wurde es in Kooperation mit der Stadt Baunatal und der Gemeinde Schauenburg von der Gesamthochschule Kassel von Fachleuten der Abteilung Wasserbau und Wasserwirtschaft. Große Beachtung fand das Konzept im Jahr 2000 bei der Weltausstellung EXPO. Seither wurde es konsequent umgesetzt. Zu den größten Maßnahmen gehören das Polder Schefferfeld vor Altenritte und das Rückhaltebecken Katzenmühle. Verwirklicht wurden zudem mehrere kleinere lokale Hochwasserschutzvorkehrungen, z.B. in Guntershausen.
Letzter Baustein war das riesige Hochwasserrückhaltebecken an der Hunsrückstraße in Kirchbauna, das im Sommer 2017 feierlich eingeweiht wurde. Insgesamt betragen die Kosten für die umfangreichen Hochwasserschutzmaßnahmen in Baunatal und Schauenburg am Ende rd. 17 Mio. Euro, 70 Prozent kamen aus Fördertöpfen.



