Infoclip
Anzeige
„Manchmal bin ich selbst überrascht, was am Ende dabei herauskommt“, sagte Elmar Kuhnert bei der Vernissage seiner Ausstellung Fugenomie in der vergangenen Woche. Über 50 Gäste waren gekommen, um die 36 Bilder des hochqualifizierten Künstlers zu bewundern.
Sie habe sich Gedanken gemacht, wie das Kunstwort „Fugenomie“ entstanden sein könnte, verriet Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz bei der Eröffnung. Als Musikliebhaberin habe sie gleich die Verbindung zur „Fuge“ hergestellt, bei dem alle Stücke in unterschiedlichen Abständen wiederholt oder neu vermischt werden. Und so sind auch die erstaunlichen Bilder zu verstehen: Das Thema „Menschliches Antlitz“ geht durch diverse Formen und Farbstimmungen und ergibt dadurch - wie bei der musikalischen Fuge - eine neue Komposition. Da überlagern sich Gesichter und Objekte und verbinden sich zu etwas Neuem, wobei das Thema „Menschliches Antlitz“ durch verschiedene Formen und Farbstimmungen immer wieder aufgegriffen wird. Doch nicht allein die Farben und Formen wecken die Neugier, sondern das Spiel des Künstlers mit dem Verstecken und Verdecken.
Weitere Werkgruppen bilden Blüten wie Clivia, Schwertlilie oder Engelstrompete, die so konzipiert sind, dass sie als Tiptychon verwendet werden können oder die Negativbilder, die einen ungewohnten Eindruck der Farbumkehrung der Motive zeigt. Die jüngste Bildergruppe zeigt moderne Motive mit großformatigen Rissen, die sich auf einer dunklen Schicht befinden und den Blick auf etwas Unbestimmtes dahinter öffnen. Geht der Betrachter näher heran, erkennt er die variantenreich aufgetragenen Farbflächen.
Elmar Kuhnert, 1954 geboren, hat sich früh mit dem Zeichnen und Malen beschäftigt und dabei mit Motiven und Materialien experimentiert. Mit ersten Ölfarben hat er Deckengemälde kopiert. Mehr interessierte ihn aber das Surreale, die Lichtregie, die Neigung zum Experimentieren. Ein Hang zum Fantastischen ist ihm bis heute nicht verloren gegangen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung entschied er sich für die Kunst an der GHK Kassel. Heute ist er in der Erwachsenenbildung an der Volkshochschule Kassel tätig sowie an verschiedenen Künstlerorganisationen aktiv beteiligt.
„Löchern Sie den Künstler mit Fragen und sparen sie nicht mit Lob“, forderte Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz die Gäste bei der Begrüßung auf. Und das brauchte sie nicht zweimal sagen. So hörte man überall anregende Gespräche und sah die Freude, etwas Verborgenes entdeckt zu haben. Marion Mierke aus Kassel war begeistert von dem optimal ausgeleuchtetem Foyer. „Ich habe die Ausstellung schon wo anders gesehen“, schwärmte sie, „aber besser als in diesen Räumlichkeiten kann sie gar nicht präsentiert werden - einfach perfekt.“ Auch der Künstler selbst war begeistert. „Die Ausstellungseröffnung ist heute so, wie ich sie mir wünscht“, freute er sich über das große Interesse Dazu trug auch die Musik wie „Das Wohltemperierte Klavier“ von Johann Sebastian Bach bei, die eine Fuge zum Thema hat.
Die Ausstellung ist noch bis zum 9. April 2010 im Foyer des Rathauses zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.