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Getreu dem afrikanischen Sprichwort "Es benötigt ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen", werde in Baunatal schon lange gearbeitet, begrüßte Bürgermeister Manfred Schaub Gäste des Neujahrsempfangs der Stadt Baunatal am vorvergangenen Wochenende. Gebührenfreiheit im Kindergarten, ganzheitlicher pädagogischer Ansatz, eine weit über die stadteigenen Einrichtungen hinaus gehende Bildungsplanung seien Punkte, die die Stadt für ein Kinder- und Familienfreundliches Baunatal in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat. "Kinder- und Familienfreundlichkeit in Baunatal" war daher auch das Motto des diesjährigen Neujahrsempfangs, zu dem rund 650 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden gekommen waren.Begrüßt wurden sie bereits am Eingang mit von den Kindern der Kindertagesstätten selbst gemalten Buttons.
Hunderte davon hatten die kleinen Knirpse bemalt - jedes davon ein Unikat. In einem kurzweiligen zweistündigen Programm mit schwungvollen Hits des Sinfonieorchesters und der Big Band der Musikschule Baunatal standen die kleinen Baunataler im Mittelpunkt. Dies wurde den Gästen auch noch einmal durch die Aufführung der Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte Stadtpark deutlich. "Wir wünschen euch viel Glück. Ein neues Jahr fängt wieder an, schaut nach vorn und nicht zurück", grüßten die Kinder zusammen mit den Erzieherinnen die Anwesenden, um Ihnen anschließend voller Freude das Lied "Die Jahresuhr" von Rolf Zuckowski vorzusingen.
Gastredner Uwe Lübking, Beigeordneter für europäische Sozialpolitik beim Deutschen Städte- und Gemeindebund aus Berlin stellte den Ausbau der Bildungspolitik in den Vordergrund. Dabei sprach er auch davon, dass die Erziehung und Bildung der Kinder bereits im Kindergarten beginne. "Grundlagen für ein erfolgreiches Lernen werden bereits vor der Schule gelegt", so Uwe Lübking. Frühe Förderung könne dazu beitragen, dass Kinder sich nach ihren Fähigkeiten entwickeln können. Außerdem sollten die Eltern in diese Erziehung und Bildung mit einbezogen werden. Kindertagesstätten sollten zu Familienzentren mit Beratungen, der Möglichkeit von Kontaktaufnahme und Austauschmöglichkeiten weiterentwickelt werden. Wichtig sei außerdem die gute Kooperation zwischen Kindergarten und Schule und Angebote wie kulturelle und musische Bildung, Bewegung und Gesundheitsförderung. Das Bildungs- und Betreuungsangebot habe sich für viele Eltern zu einem wichtigen Standortfaktor für Familien entwickelt, erklärte Uwe Lübking. Etwas, dass die Stadt Baunatal schon längst erkannt habe.
"Wir haben in den letzten Jahren die Mittel und Anstrengungen für die Bildung noch weiter verstärkt", erklärte Bürgermeister Manfred Schaub. Als eine der ersten Kommunen in Hessen sei die komplette Gebührenbefreiung für die Regelbetreuung der 3-6jährigen eingeführt, parallel dazu aber auch mit weiteren Millionen die pädagogische Qualität weiter gesteigert, um gesellschaftlich zu beobachtendende Defizite aktiv und offensiv anzugehen. "Alle Kinder in Baunatal profitieren davon, dass wir zusätzliche Sprachförderung, einen musischen Baustein und seit dem Herbst auch "Mehr Bewegung" als umfassende Programme anbieten.", so Baunatals Bürgermeister. Weitere Stichworte des Bürgermeisters für die gute Qualität in Baunatal waren unter anderem das Angebot für die unter 3-jährigen Betreuung, die stark nachgefragte Elternberatung durch extra ausgebildete Kitas-Mitarbeiter, der möglichst bruchfreie Übergang zur Schule und die damit verbundene Kommunale Bildungsplanung. "Kinderstadtplan und frühzeitige Beteiligung an Spielplatzprojekten gehören zum Standard in Baunatal", erklärte der Bürgermeister. Das Geld für all diese Projekte könne besser nicht angelegt sein, fügte er hinzu.
Bürgermeister Manfred Schaub gab den Gästen außerdem einen kleinen Überblick über das vergangene Jahr und einen Ausblick auf das kommende. So freute er sich ganz besonders darüber, dass in der "Sportstadt Baunatal" nach der Premiere im vergangenen Jahr auch in diesem Jahr wieder das Internationale Sportfest ASKINA als eines der 5 wichtigsten Deutschen Leichtathletik-Meetings im Parkstadion ausgerichtet wird. Ferner stünden auch in Zukunft in der Stadt verschiedene Projekte an. Unter dem Motto "Abbruch für den Aufbruch" habe beispielsweise der Abriss der Schulpavillons der Theodor-Heuss-Schule und parallel die Masterplanung für das Gebiet begonnen. Die dort geplante Wohnbebauung sei eine echte Chance für die Stadtentwicklung, so Schaub. Auch stehe die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt auf dem Plan, die mit dem Umbau des Herkules-Marktes in großen Schritten voran ginge. Der Bürgermeister lobte außerdem die gute Kooperation mit den Nachbarkommunen wie zum Beispiel mit Edermünde, was laut Manfred Schaub "nicht nur einen Brückenschlag über die Autobahn und über die Kreisgrenzen hinaus" schaffe, "sondern auch das gemeinsame Kümmern um ein Gewerbegebiet und ein umfassendes Verkehrskonzept für den Bereich um Ratio.
"Baunatal ist für vieles Beispiel gebend", rühmte Landrat Uwe Schmidt die Stadt in seiner Rede. Dabei ging er auf das Motto des Neujahrsempfangs ein und stellte dabei, genau wie Gastredner Uwe Lübking, die Bildungspolitik in den Mittelpunkt. "Es ist von großer Bedeutung, dass die vorschulische Bildung und die Grundschulbildung miteinander verzahnt wird", sagte der Landrat. Er zeigte außerdem auf, dass der Landkreis bereits viel Geld in die Bildung investiere. So werden Schulen saniert und die kommunale Bildungslandschaft mit vielen anderen Akteuren wie Volkshochschule, Musikschule etc. vernetzt.
Für die Unterstützung der Stadt, dass die vielen Sporteinrichtungen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, dankte der Kuratoriumsvorsitzende Uwe Mihr. Er dankte außerdem den Übungsleitern und den vielen Aktiven in den Vereinen für ihre Arbeit. "Die Sportler werden wieder gute Botschafter für die Stadt sein", versprach er.
"Ohne Jugend haben wir keine Zukunft" stellte Stadtverordnetenvorsteher Peter Lutze in seinen Schlussworten fest. Wichtig sei es, der Jugend eine ganz konkrete Verantwortung zu übertragen und ihnen etwas zuzutrauen. "So haben wir uns dafür entschieden, jungen Leuten die Chance zu geben, sich zu repräsentieren", erklärte er. Er erntete zustimmendes Nicken für seine Meinung, dass die Moderation eines Neujahrsempfangs mit dem Motto "Kinder- und Familienfreundlichkeit in Baunatal" besser von der Jugend selbst als von "seriösen Herren in Anzügen" übernommen werden könne. Mit den Worten "ihr ward Klasse, dass war eine große Show", bedankte er sich ganz herzlich bei den beiden jungen Moderatoren Karina Schmidt (16) und Paul Ziemer (17) aus dem Stadtteilzentrum, die dort ehrenamtlich aktiv sind. "Ich bin stolz auf unsere jungen Menschen in Baunatal", würdigte Peter Lutze nicht nur die Arbeit der beiden jungen Leute auf der Bühne und erhielt dafür zustimmenden Applaus.