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Kinder- und Jugendbeteiligung in Baunatal

„Die machen ja doch nicht, was wir wollen“ – Das gilt in Baunatal nicht mehr. Seit dem Jahr 2000 müssen Kinder und Jugendliche bei Angelegenheiten, die sie betreffen, gefragt werden: denn sie sind die ExpertInnen ihrer Lebenswelt. Dazu wurde im Jugendbildungswerk eine Koordinationsstelle für Beteiligungsprojekte eingerichtet. In Beteiligungsprojekten erkunden und bewerten Kinder oder Jugendliche ihren Stadtteil oder bestehende Spielplätze/Treffpunkte. Sie entwickeln gemeinsam Ideen für deren Gestaltung und stimmen diese untereinander sowie mit anderen NutzerInnen, der Stadtverwaltung und der Politik ab. Oder sie legen beim Bau selbst mit Hand an. Die Beteiligungsprojekte werden in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Bau und Umwelt sowie mit anderen TrägerInnen der städtischen und freien Jugendarbeit und den Schulen durchgeführt.

Wobei Kinder und Jugendliche beteiligen?

Kinder und Jugendliche sollten immer dann einbezogen werden, wenn sie von Planungen betroffen sind, z.B.: bei der Spielplatz- und Schulhofgestaltung, bei der Planung von Jugendtreffpunkten, im Kindergarten- und Schulalltag, bei der Programmgestaltung und bei Entscheidungen in ihren Treffs, bei Wohnumfeldmaßnahmen, bei der Verkehrs- und Schulwegeplanung, bei der Planung öffentlicher Plätze und Parks, bei der Stadtteil- bzw. Dorfentwicklung.

Warum überhaupt Beteiligung von Kindern und Jugendlichen?

Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Beteiligung – so steht es u.a. in der UN-Kinderrechtskonvention und der Hessischen Gemeindeordnung.

Beteiligung bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, das eigene Leben aktiv zu gestalten und praktisch Demokratie zu leben. Beteiligung trägt dazu bei, dass sich Stadt- und Landschaftsplanung an den Interessen der NutzerInnen orientiert. Politisches Handeln und Verwaltungshandeln wird für Kinder und Jugendliche transparenter gestaltet und deren Teilhabe am kommunalpolitischen Handeln wird gefördert.

Wie entsteht ein Beteiligungsprojekt?

Beteiligungsprojekte entstehen auf zwei Wegen:

  1. Initiative von Kindern oder Jugendlichen
    Wenn Kinder oder Jugendliche ein Problem mit Spielplätzen, Bolzplätzen, Treffpunkten usw. sehen, ihrer Meinung nach die Interessen von Kindern und Jugendlichen nicht berücksichtigt werden oder sie Ideen und Forderungen für die Gestaltung eines Treffpunktes haben, können sie sich bei der Koordinationsstelle Kinder- und Jugendbeteiligung melden.
     

  2. Initiative der Stadt
    Wenn Politik und Stadtverwaltung etwas planen, das Kinder oder Jugendliche betrifft, sorgt die Koordinationsstelle Kinder- und Jugendbeteiligung dafür, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen informiert und in die Gestaltung einbezogen werden.
     

Welche Plätze und Projekte sind in Baunatal unter
Beteiligung von Kindern und Jugendlichen umgesetzt worden?
  • „Aus Alt mach Neu“ – Umgestaltung von bestehenden Spielplätzen:
    Spielplatz Birkenallee, Altenbauna; Spielgelände Eichboden und Mühlenbergstraße, Rengershausen; Platzgestaltung Ortsmittelpunkt Hertingshausen; Spielplatz Windmühle, Kirchbauna; Spielplätze im Leiselpark und im Stadtpark, Altenbauna
  • Neue Spiel- und Freizeitflächen überall:
    Baunsbergpark, Altenbauna; Spiel- und Freizeitgelände Birkenwäldchen/Hünstein, Großenritte; Spielplatz Hinter dem Siegen, Altenritte; Spielplatz Oberster Heimbach, Großenritte; Grünzug Am Ried, Großenritte
  • Treffpunkte für Jugendliche:
    Jugendräume Rengershausen; Skateplatz Stadtpark, Altenbauna; Legale Graffitiflächen in Baunatal
  • Was treibt Jugendliche in Baunatal um?
    Jugendbefragung „Wie sehen Jugendliche den Baunsberg?“; Jugendbefragung Innenstadt
  • Wo halten sich Kinder in Baunatal auf?
    Stadtteilforschung im Leiselfeld, Altenbauna; Stadtteilforschung Guntershausen; Stadtteilforschung Rengershausen
  • Nutzen Mädchen den öffentlichen Raum anders als Jungen?
    Mädchenbeteiligungsprojekt „Architektinnen am Baunsberg“, Altenbauna
  • Ein neues Wohngebiet entsteht:
    Zukunftswerkstatt Wohngebiet Oberster Heimbach, Großenritte
Wer ist Ansprechperson?

Heide Hoffmann beim JuB – Jugendbildungswerk der Stadt Baunatal (Tel.: 0561/9492874).

Siehe auch:
Weitere Informationen zu aktuellen Veranstaltungen

Mehr Informationen zu durchgeführten Beteiligungsprojekten

Impressionen von Veranstaltungen